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    Leuchtturm Lodbjerg

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    Eine der Perlen im Nationalpark Thy ist der Leuchtturm von Lodbjerg, der einsam mitten in einem großen Heide- und Waldgebiet liegt. Er wurde 1883 errichtet und am 28. November 1884 in Betrieb genommen. Er ist 35 Meter hoch, und das Leuchtfeuer liegt 48 Meter über der Meeresoberfläche.

    Der Leuchtturm von Lodbjerg ist ein sogenanntes Ansteuerungsfeuer, das mit seinem kräftigen Licht die Landkennung der Schiffe und das Befahren der küstennahen Gewässer erleichterte. Er strahlt noch heute ein weißes Blinkfeuer im 20-Sekunden-Rhythmus aus. Von der Spitze des Leuchtturms hat man einen weiten Blick über Heide und Meer.

    Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex besteht aus dem eigentlichen Leuchtturm, der mit zwei parallelen Gebäuden zusammengebaut ist, die als Wohnungen des Leuchtturmpersonals dienten. Hier lebten der Leuchtturmwärter und zwei Assistenten mit ihren Familien, und da es weit zum nächsten Nachbarn war, war es eine isolierte Gemeinschaft. 1883 gab es hier keine Bäume, heute jedoch sorgt der Wald für guten Windschutz im Garten des Turms .

    Am Leuchtturm ist ein primitiver Lagerplatz mit Shelter angelegt. Es ist ein eigenartiges Erlebnis, die Nacht und den blinkenden Leuchtturm im Schlafsack zu erleben.

    Der Leuchtturm ist tagsüber für Besucher geöffnet. Am Eingang schildert eine Posterausstellung die Geschichte des Leuchtturms und der Umgebung.

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    Agger Tange

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    Agger hat etwas Trotziges an sich, wenn man sich in die Geschichte des Orts vertieft. Jahrhundertelang war das Leben hier durch Meer und Sandflucht mühselig. Das Meer verschlang bei jedem Sturm ein Stück Land; die Einwohner mussten dem Druck weichen. Bestenfalls gelang es ihnen, ihre Habe mitzunehmen, wenn sie ihre Häuser weiter nach Osten verlegten. Auch die Kirche musste von der Küste wegrücken. Erst durch eine umfassende Küstensicherung gelang es, die ständigen Landverluste zu stoppen. Darüber hinaus konnte der Boden wegen des Sandtreibens allmählich nicht mehr bestellt werden. Die Bevölkerung musste sich der Fischerei zuwenden, die jahrhundertelang das tägliche Brot der Bewohner von Agger war.

    Das Meer und die gewaltige Natur ziehen ständig viele Menschen an – sei es, um an einem stillen Sommerabend ein Eis oder einen schönen Sonnenuntergang zu genießen, oder an einem Herbsttag das Rasen der Elemente zu erleben – alle kommen auf ihre Kosten.

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    Lyngby

    Lyngby liegt so weit draußen in den Dünen, dass man fast am Ende der Welt zu sein glaubt. Fährt man durch den Ort nach Westen weiter, so erreicht man auf einer gewundenen Straße den Küstenhang und den Strand.

    Lyngby entstand 1864, als sechs Familien aus der Gegend von Agger beschlossen, umzuziehen. Sie wanderten nach Norden, bis sie auf einer Heideebene in den Dünen von Hvidbjerg eine Stelle fanden, wo sie sich ansiedeln konnten. Hier gab es Ackerland, und die Siedlung lag geschützt hinter den Dünen, aber dennoch so dicht am Meer, dass sie fischen konnten. Es heißt, dass eine der Frauen bei dem Anblick ausbrach: “Wir kommen direkt in den Himmel“.

    In den folgenden Jahren zogen weitere Familien zu. Das Hauptgewerbe war Fischerei. Die Landungsbedingungen bei Lyngby waren aber nicht gut, und Anfang der 1930er Jahre wurde eine Buhne gebaut, um die Wellen und die starke Strömung zu brechen. Da es auch weiterhin Schwierigkeiten gab, gingen die Fischer dazu über, vom Hafen Thyborøn aus zu fischen.

    Bereits in der Zwischenkriegszeit kamen Touristen nach Lyngby. Sie wurden sicher nicht von modernen Einrichtungen angelockt, denn Elektrizität wurde erst 1965 eingeführt. In den 70er Jahren begann die Abwanderung in großem Maßstab, so dass es heute nur noch wenige ständige Bewohner gibt. Die alten Häuser sind begehrt als Ferienhäuser für Menschen, die Ruhe und die grandiose Natur suchen – Qualitäten, die die Gegend um Lyngby noch heute zu bieten hat.

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    Stenbjerg Landestelle

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    An der Landestelle bei Stenbjerg liegt eine Gruppe jener charakteristischen weißen Geräteschuppen aus einer Zeit, wo vom Strand aus Küstenfischerei betrieben wurde. Hier an der Grenze zwischen Meer und Land zogen die Fischer die Boote mit Hilfe einer Winsch an den Strand, und der Fang wurde in den Häusern verarbeitet, bevor er weiterverkauft wurde. Die Küstenfischerei war risikoreich und den Naturkräften ausgesetzt. Bereits zu Beginn der 1970er Jahre zogen die Berufsfischer von Stenbjerg zum Hafen Hanstholm um.

    Dank lokaler Bemühungen sind die Gebäude gut erhalten, und der Landungsplatz bildet noch heute ein authentisches Milieu. Viele Menschen werden von den malerischen Häusern und der bisweilen heftigen Brandung angezogen, die in scharfem Kontrast zueinander stehen. An schönen Sommertagen kann man bei Stenbjerg baden. Eine Küstenwanderung ist stets zu empfehlen. In einem der Häuser wurde vor einigen Jahren ein kleines Besuchscenter für den Nationalpark Thy eingerichtet.

    An der Landestelle liegt auch das charakteristische Rettungshaus, erbaut 1931 aus roten Ziegeln und mit der Flagge am grünen Tor im Giebel. Die Rettungsstation Stenbjerg wurde 1894 eingerichtet und lag damals im Ort, da hier auch die Rettungsmannschaft wohnte. In den 1920er Jahren wurden Strandungen und Schiffsverluste entlang der Westküste immer seltener, und man erwog, die Rettungsstation aufzulösen. Stattdessen entschied man sich 1931 für den Bau eines neuen Rettungshauses an der Landestelle. Danach war die primäre Aufgabe des Rettungsbootes, in Not geratenen Fischern zu helfen. 1969 war die Rettungsstation Stenbjerg zum letzten Mal in Aktion.

    Das Rettungshaus, das unter Denkmalschutz steht, beherbergt heute eine Ausstellung über das Rettungswesen. Sie ist in den Sommermonaten geöffnet.

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    Bøgsted Rende

    Bøgsted Rende ist entlang der Küste von Thy der Ort, an dem die angepflanzten Wälder am weitesten ins Meer hineinragen. Nur die natürlichen Dünen trennen Strand und den künstlichen Bewuchs voneinander, und dieser enorme Kontrast ist sicher einer der Gründe, weshalb der Ort seit Jahrhunderten ein beliebtes Ausflugsziel ist.

    Der Strand zieht zahlreiche Badegäste an, besonderes an Tagen, an denen das Meer still liegt. An anderen Tagen, wenn ein frischer Westwind weht, lohnt sich eine Strandwanderung mit wetterfester Kleidung. Nachdem man vom Wind ordentlich durchgepustet wurde, ist es herrlich, hinter den Dünen Schutz unter den Bäumen zu finden, wo friedliche Stille und Vogelgesang herrschen.

    Die Ortsbezeichnung Bøgsted Rende bedeutet “Bebauung an der Rinne“. Im 17. und 18. Jahrhundert lag eine Wassermühle an dem Bach, der hier ins Meer mündet. Vermutlich ist es dem Sandtreiben geschuldet, dass das Betreiben einer Mühle an diesem Ort nicht mehr möglich war. Der Sand setzte nämlich die Wasserläufe zu, so dass der Wasserdruck, der nötig ist, um eine Mühle in Gang zu halten, nicht mehr gegeben war. Die braunrote Farbe des Wassers stammt von oxidierten Eisenverbindungen aus den Waldgräben, die in die “Rinne“ münden.

    Die ältesten noch lebenden Bäume des Gebiets wurden am Ende des 19. Jahrhunderts angepflanzt. Ganz im Westen findet man Bergkiefern und mannshohes Eichengestrüpp. Hier muss man sich tief bücken, um die Eicheln zu pflücken! Weiter in Richtung des Bächleins, der “Rinne“, findet man Edeltannen und Österreichische Schwarzkiefer von ansehnlicher Stärke. Hier kann man deutlich sehen, wie die Baumwurzeln sich in der Lehmerde tief unter dem Sand festhalten.

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    Klitmøller

    Die Gegend um Klitmøller ist deutlich durch das Meer geprägt, das die Ortschaft im Norden und Westen begrenzt. Im Süden und Osten besteht die Landschaft aus Dünen, Heide und Wald. Erst weit im zentralen Teil von Thy findet man wieder landwirtschaftlich nutzbaren Erdboden. Klitmøllers Bewohner haben daher die meiste Zeit ihren Lebensunterhalt mit Hilfe des Meeres bestritten, in Form von Fischfang oder Handel mit Norwegen.

    Klitmøller ist heute weit und breit bekannt für seine besonders guten Bedingungen zum Windsurfen. Es ist faszinierend, den Surfern von der Küste aus zuzusehen, wie sie furchtlos auf den Wellen reiten.

    Klitmøller erhielt seinen Namen von den Wassermühlen, die sich einst entlang der Au befanden. Hier wurde Getreide verarbeitet, das ebenso wie Fleisch, Butter, Wolle und Tuch per Schiff nach Norwegen exportiert wurde. Von Klitmøller und anderen Ortschaften entlang der Westküste ausgehend wurde nämlich vom 16./17. Jahrhundert an bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in umfangreichem Maße Handel mit Norwegen betrieben. Der Transport erfolgte mit Hilfe der so genannten Schuten, Holzbooten mit flachem Boden. Sie waren so konstruiert, dass man sie bis ganz auf den Strand ziehen konnte.

    Aus Norwegen importierte man Eisen und Bauholz, denn beides fehlte in Thy. Doch auch mehr luxusorientierte Waren wurden nach Thy gebracht; so wird etwa berichtet, dass einige der Bewohner von Klitmøller Kleider aus edlem Tuch mit Seide und Spitze verziert trugen. Auch Handschuhe aus Bärenfell, Tücher aus Seide und sogar Perücken zählten zur Mode der damaligen Zeit. Nicht jedermann verfügte über derlei Dinge zur damaligen Zeit; der Seehandel mit Norwegen bewirkte, dass Klitmøller eine äußerst wohlhabende Siedlung war, die der Ortschaft Thisted wirtschaftlich deutlich überlegen war.

    Das Ende des Seehandels war vor allem einer Naturkatastrophe geschuldet. Bei einer Sturmflut im November 1825 brach das Meer an der Westküste über die Landzunge von Agger in das Land ein, so dass es fortan möglich war, von der Westküste aus in den Limfjord einzufahren. Da es besser war, einen Hafen in relativ ruhigem Gewässer anzusteuern anstatt an der launischen Westküste festzumachen, verlagerte sich der Seehandel schnell nach Thisted und der Handel von der Westküste aus wurde bedeutungslos.

    Nach dem Ende des Seehandels gewann die Fischerei für die Bewohner von Klitmøller an Bedeutung. Man landete mit den Fischerbooten auf dem Strand östlich von Ørhage, der Fang wurde dann in den Häusern am Landungsplatz verarbeitet. Als 1967 der Hafen in Hanstholm eingeweiht wurde, verlagerte sich ein Großteil der Fischerei dorthin. Von Klitmøller aus fahren aber noch immer viele Freizeitangler mit ihren Booten auf das Meer hinaus. An der Landestelle findet man noch immer die charakteristischen Geräteschuppen, die von den längst vergangenen Zeiten der Küstenfischerei zeugen, und am Strand kann man den alten Fischkutter Bellis besichtigen.

    Heute sind es vor allem die Surfer, die den Strand und die Landestelle nutzen. Den guten Wind- und Strömungsverhältnissen hat die Gegend ihren Spitznamen “Kalt-Hawaii“ zu verdanken, und Surfer aus vielen Ländern besuchen die Gegend. Die Atmosphäre in Klitmøller ist deshalb durch einen charakteristischen Mix aus Gästen und Ortsansässigen geprägt – ganz wie zu den goldenen Zeiten des Seehandels. Neue Architekturformen haben auch am Landungsplatz von Klitmøller ihren Einfluss hinterlassen, und gesponsert von Realdania hat man versucht, das einzigartige Potenzial des Ortes für ein aktives Küstenleben hervorzuheben. Im Frühjahr 2012 wurden die neu angelegte Strandpromenade und das so genannte Hummerhaus eingeweiht. Das Haus stellt Surfern sowie Biologen seine Räumlichkeiten zur Verfügung, während die Strandpromenade, die den Namen “Foreningsvejen“ (Vereinigungsweg) trägt, Rollstuhlfahrern und Kinderwagen besseren Zugang zum Meer ermöglicht und Küste und Ortschaft enger aneinander bindet.

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    Nors See

    Der Nors See ist wie der Vandet See ein Karstsee. Anders als die meisten anderen dänischen Seen hat der Nors See fast keinen Rohrbestand; stattdessen wachsen seltene Wasserpflanzen im See. Der unter Naturschutz stehende See liegt in einer hübschen Landschaft, die an das Wildreservat Hanstholm angrenzt, und ist von den Tved und Vilsbøl Wäldern, die ebenfalls unter Naturschutz stehen, umgeben.

    Der Nors See war in der Steinzeit Teil einer Meeresbucht, die inzwischen abgeschnitten wurde, und in der Landschaft, die dem See umgibt, kann man noch die alten Küstenhänge erkennen. Der Untergrund besteht zum Großteil aus Kalk- und Kreidestein. Abgesehen von einer kleinen Quelle an der Südseite hat der Nors See keinen natürlichen Zufluss, sondern wird über das Grundwasser und durch Niederschlag mit frischem Wasser versorgt. Der See hat eine Fläche von 347 Hektar und eine maximale Tiefe von rund 20 Metern. Durch sein sauberes und besonders kalkhaltiges Wasser besitzt er eine einzigartige Flora. Die kleine Wasserpflanze Kleine Najade, die man in Dänemark bereits für ausgestorben hielt, wurde im Nors See und im Vandet See wiederentdeckt.

    Der Badeplatz, der am Südwestufer des Sees liegt, ist ein sehr beliebter Ort. Die Bepflanzung bietet von Westen her Schutz und es gibt Toiletten, Feuer- und Grillstellen sowie Tische und Bänke. Der Flugsand, der sich etwa 100 Meter weit in den See hinein abgelagert hat, hat einen wunderschönen, kinderfreundlichen Badestrand geschaffen.

    Der Badeplatz ist Ausgangspunkt für mehrere ausgeschilderter Wanderwege. Einer von ihnen führt zum Vogelturm auf der Westseite des Sees, von dem aus man eine gute Sicht auf Haubentaucher, Gänse, Enten und gelegentlich auch Fischadler und Seeadler hat.

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    Isbjerg

    Isbjerg ist mit einer Höhe von 56 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt des Wildreservats Hanstholm (26). Von hier aus hat man einen großartigen Blick über den nördlichen Teil des Nationalparks Thy, der von der Nordsee, dem Hanstholmhang im Norden, dem Tved Wald im Osten und dem Nors See und dem Vilsbøl Wald im Süden eingerahmt wird.

    Das Reservat imponiert durch seine Größe. Hier sieht man nahezu unberührte Natur so weit das Auge reicht. Da der öffentliche Zutritt und Verkehr eingeschränkt ist, bildet das Reservat einen Freiraum für Tiere und Vögel. Das bedeutet unter anderem, dass Kraniche, Bruchwasserläufer und Brachvögel hier nisten. Es bedeutet auch, dass man selbst bei vollem Tageslicht große Rudel von Edelhirschen ungestört in der offenen Landschaft grasen sieht. Mit viel Glück sieht man Königsadler, Seeadler oder Fischadler über der Landschaft schweben.

    Das Wildreservat Hanstholm ist mit 3900 Hektar ein wichtiges Kerngebiet des Nationalparks. Der größte Teil liegt auf ehemaligem Meeresboden und besteht aus Dünen und Heide. Zwischen den Dünen liegen Sümpfe, zahllose flache Tümpel und Seen, die in der ansonsten öden und einförmigen Heide leuchten.

    Auf der Heide besteht die Flora in den trockeneren Bereichen aus dem typischen Heidekraut, Krähenbeere, Strandhafer und Flechten, während Glockenheide, Heidemyrte und Weide in den feuchteren Gebieten wachsen. Die kleinen Kieferwälder stehen als lebendige kulturhistorische Andenken auf den ehemaligen Wanderdünen und binden den Sand. Um zu verhindern, dass die Heide mit Nadelbäumen zuwächst, müssen Bäume, die sich eigenständig gepflanzt haben, regelmäßig entfernt werden.

    Sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg von Isbjerg gibt es einige Stellen, an denen der Nors See in seiner ganzen Pracht vor einem liegt.

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    Hanstholm Leuchtturm

    Hanstholm liegt ganz außen an der “Schulter“ von Jütland, von zwei Seiten vom Meer umgeben, hoch oben auf einem Kalkhang, der in der Steinzeit noch eine Insel war. Vom hohen Küstenhang oder vom Leuchtturm aus hat man eine einmalige Aussicht. Die Erhabenheit der Elemente ist überwältigend. Ebenso beeindruckend ist der Blick, wenn man am Fuß des Küstenhangs steht und zur Spitze des imposanten Abhangs hinauf sieht, an dessen Rand Häuser und Bunker liegen und sich geradezu festklammern. In dieser Landschaft haben sich Natur und Mensch Jahrtausende lang gegenseitig beeinflusst, was hin und wieder schwere Folgen hatte. Der Leuchtturm wurde erbaut, um Schiffen auf der gefährlichen Fahrt um den Hanstholmhang den Weg zu weisen, dient gleichzeitig aber auch als Wahrzeichen des Ortes, das uns leitet und willkommen heißt. Der Leuchtturm ist 23 Meter hoch, und dank seiner hohen Lage wirft der Leuchtturm sein Licht in einer Höhe von 65 Metern über das Meer.

    Der Leuchtturm von Hanstholm wurde von 1842-43 in der Nähe der Kirche von Hansted hoch oben auf dem Hanstholmhang erbaut. Südlich des Leuchtturms wurde ein Haus für den Leuchtturmwärter gebaut, und der dazugehörige Garten ist ein herrliches windgeschütztes Fleckchen Erde, an dem Besucher eine Pause einlegen und den mitgebrachten Proviant verzehren können.

    Der Leuchtturm von Hanstholm war der erste mit rotierendem Linsenapparat in Dänemark, bei dem das Licht mithilfe von Linsen gebrochen und zu einem Strahl gebündelt wird. Im Jahr 1889 entsprach der Leuchtapparat nicht länger dem Standard der Zeit. Der Leuchtturm wurde erhöht und der Linsenapparat als erster in Dänemark mit Elektrizität betrieben. Ein Uhrwerk steuerte die Drehung und das Blinken des Apparates, und damals wie heute blitzte der Leuchtturm alle 10 Sekunden dreimal kurz auf.

    Zu dieser Zeit hatte der Leuchtturm den stärksten Lichtstrahl weltweit. Die neue Technik war deutlich umfangreicher, und der Gebäudekomplex wurde erheblich erweitert, unter anderem um einen Maschinenraum für die Dampfmaschinen. An den Leuchtturm angeschlossen waren außerdem eine Telegraphenstation und eine Wetterstation. Das Licht des Leuchtturms von Hanstholm war somit wichtig für die vorbeifahrenden Schiffe, aber der Leuchtturm hatte darüber hinaus andere zentrale Funktionen für den Seeverkehr. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Leuchtturm auf Anweisung der deutschen Besatzungsmacht, die ein großes Festungswerk bei Hanstholm hatte, den Betrieb einstellen. Als der Hafen von Hanstholm im Jahr 1967 eingeweiht wurde, musste die Lichtstärke der Leuchtturmlampen heruntergeregelt werden, um die Schiffe und Kutter, die den Hafen ansteuerten, nicht zu blenden. Das Licht des Leuchtturms ist nun aus etwa 40 Kilometern Entfernung sichtbar und noch immer das stärkste in Dänemark.

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    Krik

    Krik liegt am nördlichen Ende der Nissum Bredning, in sicherer Entfernung von den Wellen der Nordsee. Hier war im 18. Jahrhundert eine Verladestelle für die Händler, die Getreide, Bauholz und Eisen für die Kaufleute in Thisted und Aalborg luden.

    Als das Meer die Nehrung Agger Tange 1825 durchbrach, konnten Schiffe in den folgenden Jahren von Westen her in den Limfjord einfahren. Wegen der guten Wassertiefe wurde der Ladeplatz in Krik eifrig benutzt. Im Gegensatz zum Verkehr mit Schuten, die direkt von der Westküste aus ablegten, konnten die Schiffe ungefährdet beladen und gelöscht werden. Zu diesem Zweck wurde auch eine Anlegebrücke errichtet.

    Auch die Fischer konnten den Vorteil nutzen, durch den Kanal in die Förde einzulaufen und ihren Fang in ruhigeren Gewässern zu löschen. Der Fischereihafen Thyborøn wurde 1915-18 angelegt. Um ihn herum wuchs schnell ein Ort heran. Auf der Nordseite wurde 1926 ein Naturhafen angelegt, und 1971 wurde der Hafen Agger gegründet, der heute vor allem von Freizeitseglern genutzt wird. Die Wiek Krik Vig ist als guter Spot für Wind- und Kitesurfen bekannt.

    Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Krik Speicher für den Getreideexport errichtet. Später dienten die Gebäude zum Einlagern von importiertem Bauholz, Kohle, Zement und Kunstdünger. Es gab einen Zimmerplatz mit zugehörigem Sägewerk und Lagergebäuden. Die Kohle für das Leuchtfeuer des Leuchtturms von Lodbjerg wurde hier gelöscht und mit Pferdewagen nach Lodbjerg gebracht. Auch das gesamte Baumaterial für die umfassenden Küstensicherungsarbeiten bei Agger kam zu Schiff nach Krik. Von der Anlegebrücke aus wurden Steine und Zement auf Kipploren zu den Buhnen gefahren.

    Einer der Speicher in schöner Lage – weniger als einen Steinwurf von der Küste – ist erhalten geblieben. Das Haus wurde 1999 behutsam restauriert und beherbergt heute eine Galerie, wo man Kunst und Antiquitäten kaufen kann. Die Galerie ist während der Sommermonaten offen.

    Westlich des Speichers wurde 2012 ein Gebäude mit der Bezeichnung Kulhuset (Kohlenhaus) – nach einem älteren Speicher, der früher hier lag – eröffnet . Das Haus wurde mit Anregungen von den alten örtlichen Speichern gestaltet und eingerichtet. Kulhuset dient als Stützpunkt für Aktivitäten im Freien. Seine Einrichtungen können u. a. von Surfern, Badegästen und Vogelfreunden genutzt werden. Im Haus gibt es primitive Übernachtungsmöglichkeiten, und im Laufe der Zeit soll ein Naturlagerplatz in der Umgebung angelegt werden. Auf der anderen Straßenseite kann man auf die gepflasterte Anlegebrücke aus der großen Zeit des Ladeplatzes hinausgehen.

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Leuchtturm Lodbjerg